Über Toni Nemes

Geboren ist Toni Nemes 1958 in Kyllburg in der Eifel. Mit 14 Jahren Umzug nach Stommeln bei Köln. Mit 15 Jahren erbt Toni Nemes eine Kleinbildkamera Voigtländer Vitessa T vom früh verstorbenen Vater. Erste Gehversuche in Sachen Fotografie. 1977 Abitur in Köln. Ab 1978 Studium der Publizistik, Niederländischen Philologie und Politologie an der Freien Universität Berlin. Magisterabschluss 1985 zum Thema Illustrierte in der DDR. Danach freie journalistische Arbeit im Text- und Fotobereich. 1989 Mitbegründer des Pressebüros transit und Konzentration auf die Fotografie. 1997 Ausstieg aus dem Journalismus aus gesundheitlichen Gründen. Lebt und arbeitet heute als IT-Fachmann in Wiesbaden.

Abgesehen von den ersten drei Jahren lebte Toni Nemes in seiner Berliner Zeit ausschließlich in Kreuzberg. Der Drang, sein Umfeld im Bild festzuhalten, war zunächst eher privater Natur. Durch die Mitarbeit an der in Kreuzberg 61 erscheinenden Stadtteilzeitung Südwest-Express kamen aber ab Anfang der 80er Jahre auch fotojournalistische Ambitionen zum Tragen. Als freier Mitarbeiter der in Spandau erscheinenden Tageszeitung Volksblatt Berlin fungierte Toni Nemes dann nach dem Studium als eine Art Kreuzberg-Korrespondent. Danach arbeitete er auch für verschiedene Blätter wie die Berliner Stimme, dem Blickpunkt, die zitty oder die taz.

Aus dieser Zeit stammen die meisten Fotos, die im Herbst 2012 im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie in der Ausstellung Stillstand und Bewegung - Menschen in Kreuzberg in Berlin gezeigt wurden. Bemerkenswert: Viele der dort gezeigten Fotos waren dort erstmals öffentlich zu sehen. Sie sind oft am Rande von oder auf dem Weg zu Presseterminen entstanden - um dann im Trubel der Tagesereignisse, ohne je vergrößert zu werden, im Negativ-Archiv zu entschwinden.

Mauerfall und Wende 1989 brachten für Toni Nemes die Verlagerung des fotografischen Schwerpunktes weg aus Kreuzberg. Wie viele seiner KollegInnen faszinierte ihn damals der atemberaubende Umbruch in Ostdeutschland.